Wichtige Änderungen ab 1. Januar 2018

Investmentsteuerreform 2018

Zum 1. Januar 2018 tritt das Investmentsteuerreformgesetz in Kraft. Mit seinem Inkraft­treten unterliegen bestimmte inländische Erträge offener Investmentfonds (Publikums­fonds) fortan grundsätzlich einer Körperschaftsteuer in Höhe von 15 Prozent, die direkt aus dem Vermögen des Investmentfonds zu zahlen ist.  Betroffen von der Reform der Investmentbesteuerung sind alle inländischen und ausländischen Investmentfonds, die zukünftig steuerlich gleich behandelt werden, sowie deren Anleger.

Besteuert werden alle Erträge, z. B. aus Deutschland stammende Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien des Fonds. Aber auch die Besteuerung der laufenden Erträge und der Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen auf Anlegerebene unterliegt ab diesem Zeitpunkt neuen Regelungen. Diese orientiert sich am Cashflow, beinhaltet aber auch Elemente zur Sicherstellung einer Mindestbesteuerung (die sog. „Vorabpauschale“).

Auf Anlegerebene sind zukünftig Steuerpflichtig Veräuße­rungsgewinne, Ausschüttungen und im Einzelfall eine Vorab­pauschale, wenn die Ausschüttungshöhe eines Kalenderjah­res eine bestimmte Mindesthöhe nicht erreichen sollte. Im Übrigen gelten die allgemeinen Regelungen zur Besteuerung auf Anlegerebene weiter. Die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent wird weiterhin auf die steuerpflichtigen Kapitaler­träge erhoben, soweit kein ausreichender Freistellungsauftrag erteilt wurde oder keine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) vorliegt. Mögliche Verluste aus Investiti­onen in Investmentfonds können weiterhin mit anderen posi­tiven Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Soweit die Gewinne jedoch aufgrund der neuen Teilfreistel­lungsregelungen steuerfrei wären, sind die Verluste anteilig nicht abzugsfähig. Ausgenommen von der Verlustverrech­nung sind generell bestandsgeschützte Fondsanteile (d. h., deren Erwerb vor 2009 stattgefunden hat). Sie können unter Nutzung der neuen Freibetragsregelungen steuerfrei veräu­ßert werden.

Privatanleger erhalten zum Ausgleich für die steuerliche Vor­belastung auf Fondsebene Teilfreistellungen. Die Höhe des steuerfreien Anteils der Anlage in Investmentfonds hängt vom Fondstyp und dessen Anlageuniversum ab und ist zum Bei­spiel für Aktienfonds höher als für Mischfonds.

 Die wichtigsten Neuerungen

Bislang waren in Deutschland Erträge auf der Ebene der Fonds selbst komplett steuerfrei, nur die Anleger wurden besteuert. Das ändert sich künftig.

Deutsche Publikumsfonds unterliegen zukünftig mit bestimmten inlän­dischen Erträgen der Körperschaftsteuer. Sie führen im ersten Schritt auf Fondsebene 15 Prozent Steuern auf deutsche Dividenden und Mieterträge sowie auf Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien an den Fiskus ab; reine Rentenfonds sind davon nicht betroffen.

Erst im zweiten Schritt werden Erträge an die Anleger ausgeschüttet. Die Anleger bekommen also zunächst weniger ausgezahlt. Dafür erhalten Sie aber eine Kompensation in Form von Teilfreistellungen.

Das heißt, Sie zahlen auf Ausschüttungen des Fonds und Gewinne aus Anteilsverkäufen künftig teilweise keine Abgeltungsteuer. Die Höhe der Teilfreistellungen richtet sich nach dem Fondstyp: Bei Aktienfonds (mindestens 51 Prozent Aktienanteil) werden 30 Prozent freigestellt. Für Mischfonds (Aktienanteil von mindestens 25 Prozent) sind Teilfreistellungen von 15 Prozent vorgesehen, für Mischfonds mit geringerem Aktienanteil keine. Bei Immobilienfonds sind 60 Prozent freigestellt, bei Immofonds mit Auslandsschwerpunkt 80 Prozent.

Für ETFs und thesaurierende Investmentfonds greifen ab 2018 zusätzlich Spezialregeln.

Bei ETFs, also aktiv gemanagten Fonds und börsengehandelten Indexfonds, sind zusätzlich ein paar Feinheiten zu beachten.

Macht es bei den Regeln einen Unterschied, ob ein ETF die Papiere des zugrunde liegenden Index tatsächlich kauft oder ob er sie über Swaps nachbildet? Wenn ein ETF swapbasiert ist, wird er dann womöglich nicht als Aktienfonds eingestuft?

Für die steuerliche Behandlung beim Privaten Investmentanleger zählt allein, was der ETF selbst in seinem sogenannten Trägerportfolio hat: Liegen bei einem DAX-ETF zum Beispiel tatsächlich japanische Aktien in dessen Trägerportfolio, aber der Swappartner garantiert die Performance des DAX, dann ist für die Einstufung als Aktienfonds nur maßgeblich, dass mindestens 51 Prozent an Aktien im Trägerportfolio liegen.

Bei sämtlichen Varianten von thesaurierenden Fonds und ETFs – egal, ob aus dem Inland oder Ausland und – ebenso wie bei teilausschüttenden Fonds wird jährlich eine Vorabpauschale als fiktiver Ertrag von den Banken automatisch errechnet und darauf Abgeltungsteuer einbehalten. Auch hierbei greifen die unterschiedlich hohen Teilfreistellungen.

Wegfall des Bestandsschutzes für sogenannte „Alt-Anteile“

Investmentfondsanteile, die von Privatanlegern vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden, verlieren mit dem Investmentsteuerreformgesetz ihren Bestandsschutz. Auch bei diesen sind nun die ab dem 1. Januar 2018 erzielten Wertsteigerungen grundsätzlich steuerpflichtig und unterliegen der Abgeltungsteuer. Alle Kursgewinne bis zum 31. Dezember 2017 sind jedoch steuer­frei. Der Gesetzgeber gewährt Anlegern aus Gründen des Ver­trauensschutzes bei der Veräußerung bisher bestandsge­schützter Alt-Anteile zukünftig aber einen Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro pro Person für Wertsteigerungen, die ab dem 1. Januar 2018 realisiert werden.

Änderung der Haftungsgrenze bei Bank-und Kreditkarten

Bei einem Missbrauch der Bank- oder Kreditkarte haften Kunden ab 2018 nur noch mit einem Betrag von 50 Euro. Dies gilt, wenn sie die Karte oder ihr Online-Konto nicht gesperrt haben.

Eine Ausnahme gibt es jedoch bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Hier haften Kunden auch künftig weiterhin unbeschränkt.

Altersvorsorge

Wer riestert, bekommt ab 2018 mehr Förderung. Die Grundzulage steigt ab dem 1. Januar von 154 Euro auf 175 Euro pro Jahr. Die Zulagen für Kinder bleiben gleich: Für jedes Kind, das nach dem 31. Dezember 2007 geboren wurde, erhalten Sparer wie bisher zusätzlich 300 Euro pro Jahr und Kind, für davor geborene Kinder 185 Euro pro Jahr. Der einmalige Einsteigerbonus für Sparer, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben bleibt bei 250,00 EUR.

Für eine Person mit zwei Kindern, die 20 Jahre in einen Riester-Vertrag einzahlt, summieren sich allein die Zulagen auf 15.500 Euro. Um die vollen Zulagen zu bekommen, müssen Sparer mindestens vier Prozent der Einkünfte, maximal 2100 Euro, pro Jahr in ihren Riester-Vertrag einzahlen – abzüglich der Zulagen.

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