Wichtige Änderungen ab 1. Januar 2018

Altersvorsorge

Wer riestert, bekommt seit 2018 mehr Förderung. Die Grundzulage beträgt jetzt 175 Euro pro Jahr. Die Zulagen für Kinder bleiben gleich: Für jedes Kind, das nach dem 31. Dezember 2007 geboren wurde, erhalten Sparer wie bisher zusätzlich 300 Euro pro Jahr und Kind, für davor geborene Kinder 185 Euro pro Jahr. Der einmalige Einsteigerbonus für Sparer, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben bleibt bei 250,00 EUR. Für eine Person mit zwei Kindern, die 20 Jahre in einen Riester-Vertrag einzahlt, summieren sich allein die Zulagen auf 15.500 Euro. Um die vollen Zulagen zu bekommen, müssen Sparer mindestens vier Prozent der Einkünfte, maximal 2100 Euro, pro Jahr in ihren Riester-Vertrag einzahlen – abzüglich der Zulagen.

Aktuelle Beitragssätze und Beitragsbemessungsgrenzen sowie Versicherungspflichtgrenze ab 2019 in Euro

GKV in € PV in € RV in € AV in €
Beitrags-bemessungs-grenzen

(West) monatlich/
jährlich

4.537,50

54.450,00

4.537,50

54.450,00

6.700,00

80.400,00

6.700,00

80.400,00

Beitrags-bemessungs-grenzen

(Ost) monatlich/
jährlich

4.537,50

54.450,00

4.537,50

54.450,00

6.150,00

73.800,00

6.150,00

73.800,00

Versicherungs-pflichtgrenzen

Monatlich/
jährlich

5.062,50

60.750,00

5.062,50

60.750,00

Beitragssätze 14,6 % allgemeiner Beitragssatz

Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 7,3 %

Zuzüglich eines Zusatzbeitrages von der jeweiligen GKV für den AN und AG je zur Hälfte

3,05 %

Arbeitnehmer: 1,525 %

Arbeitgeber: 1,525 %

Beitragszuschlag für Kinderlose ab 23 Jahre 0,25 %

Beitragssatz für AN mit Beitragszuschlag: 1,775 %

18,6 % 2,5 %

Neu und sicherer: 100- und 200-Euro-Scheine

Geldfälschern macht es die Europäische Zentralbank 2019 schwer(er): Die
neuen und 100- und 200-Euro-Scheine werden ab dem 28. Mai 2019 ausgegeben. Komplett überarbeitet und mit neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet machen sie die zweite Generation von Euro-Banknoten seit Einführung des gemeinsamen Bargelds 2002 komplett.

Onlinebanking: iTAN-Liste vor dem Aus

Mit einer Transaktionsnummer eine Überweisung oder einen Dauerauftrag am heimischen PC freizugeben – damit wird bis Herbst 2019 Schluss sein. Die per Post verschickten klassischen Papierlisten mit durchnummerierten TANs dürfen nicht mehr eingesetzt werden. Die Zweite Europäische Zahlungsdiensterichtlinie schreibt zunächst vor, dass Kunden mithilfe von zwei Faktoren nachweisen müssen, dass sie tatsächlich die Person sind, die zur Ausführung der Bankgeschäfte berechtigt ist. Dazu muss bei elektronischen Zahlungsvorgängen noch ein dynamischer Authentifizierungscode generiert werden. Dies kann über das iTAN-Verfahren technisch nicht dargestellt werden. Nach einer 18-monatigen Umsetzungsfrist für die Banken bedeutet das nach dem 14. September 2019 das Aus für die iTAN-Liste.

Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt

Ab dem 1. Januar 2019 sinkt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von 3,0 auf 2,5 Prozent. Da die Beiträge von Arbeitgebern und Beschäftigten jeweils zur Hälfte getragen werden, werden Arbeitgeber um 0,25 Prozent entlastet.

Krankenversicherungsbeiträge werden wieder paritätisch finanziert

Der Beitragssatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung wird 2019 unverändert bei 14,6 Prozent liegen. Dazu kommt der Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse entsprechend ihres Finanzbedarfs von den Versicherten erhebt. Bisher mussten die Versicherten den Zusatzbeitrag alleine tragen. Dies ändert sich ab dem 1. Januar 2019. Er wird dann wieder paritätisch, also zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, finanziert. Da der durchschnittliche Zusatzbetrag 2019 bei 0,9 Prozent liegt, steigt die Belastung für Arbeitgeber im Schnitt um rund 0,5 Prozent.

Höhere Beiträge in der Pflegeversicherung

Der Beitrag für die Pflegeversicherung steigt zum 1. Januar 2019 um 0,5
Prozent auf dann 3,05 Prozent. Finanziert wird er je zur Hälfte von
Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Arbeitgeber werden also um 0,25 Prozent mehr belastet.

Mindestlohn steigt

2019 steigt der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro auf 9,19 Euro. Ab 2020 müssen Arbeitgeber dann mindestens 9,35 Euro brutto pro Stunde bezahlen. Auch etliche Branchenmindestlöhne steigen, zum Beispiel im Dachdeckerhandwerk, im Elektrohandwerk, im Gebäudereinigerhandwerk, bei Zeitarbeitern und in der Pflegebranche.

Einkommensgrenzen steigen

Für alle Steuersätze steigen die Einkommensgrenzen 2019 um 1,84 Prozent. Das kommt allen Steuerzahlungen zugute. Damit soll verhindert werden, dass Einkommenssteigerungen im Falle einer Inflation durch den progressiven Steuersatz aufgezehrt werden.

Neuer Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag, auf den keine Einkommenssteuer gezahlt werden muss, wird ab 2019 auf 9168 Euro erhöht.

Mehr Zeit für die Steuererklärung

Ab 2019 haben Steuerpflichtige zwei Monate länger Zeit für ihre Jahressteuererklärung. Wer seine Steuererklärung selbst abgibt, hat für die Steuererklärung für 2018 bis zum 31. Juli 2019 Zeit. Für von einem
Steuerberater vertretene Steuerpflichtige gilt der 28. Februar 2020 als
letzter Abgabetermin.

Mehr Kindergeld

Noch nicht zum Jahreswechsel, aber zum 1. Juli 2019 wird das Kindergeld
erhöht: Für das erste und zweite Kind bekommen Eltern dann 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro im Monat.

Höherer Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag wird ab Januar auf 2490 Euro oder bei zusammen
veranlagten Eltern auf 4980 Euro erhöht.

Brückenteilzeit

Zeitlich befristete Teilzeit wird für Millionen Arbeitnehmer eingeführt. Die vereinbarte Arbeitszeit kann künftig für ein bis fünf Jahre verringert
werden. Dann müssen die Arbeitgeber die Rückkehr in Vollzeit ermöglichen.

Die befristete Teilzeit mit anschließender Brücke in Vollzeit gilt in
Unternehmen mit mindestens 45 Beschäftigten, wenn der Mitarbeiter mindestens ein halbes Jahr in dem Betrieb ist. Arbeitgeber mit 46 bis 200 Beschäftigten müssen nur einem von 15 Arbeitnehmern den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren.

Investmentsteuerreform 2018

Zum 1. Januar 2018 tritt das Investmentsteuerreformgesetz in Kraft. Mit seinem Inkraft­treten unterliegen bestimmte inländische Erträge offener Investmentfonds (Publikums­fonds) fortan grundsätzlich einer Körperschaftsteuer in Höhe von 15 Prozent, die direkt aus dem Vermögen des Investmentfonds zu zahlen ist.  Betroffen von der Reform der Investmentbesteuerung sind alle inländischen und ausländischen Investmentfonds, die zukünftig steuerlich gleich behandelt werden, sowie deren Anleger. Besteuert werden alle Erträge, z. B. aus Deutschland stammende Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien des Fonds. Aber auch die Besteuerung der laufenden Erträge und der Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen auf Anlegerebene unterliegt ab diesem Zeitpunkt neuen Regelungen. Diese orientiert sich am Cashflow, beinhaltet aber auch Elemente zur Sicherstellung einer Mindestbesteuerung (die sog. „Vorabpauschale“).

Auf Anlegerebene sind zukünftig Steuerpflichtig Veräuße­rungsgewinne, Ausschüttungen und im Einzelfall eine Vorab­pauschale, wenn die Ausschüttungshöhe eines Kalenderjah­res eine bestimmte Mindesthöhe nicht erreichen sollte. Im Übrigen gelten die allgemeinen Regelungen zur Besteuerung auf Anlegerebene weiter. Die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent wird weiterhin auf die steuerpflichtigen Kapitaler­träge erhoben, soweit kein ausreichender Freistellungsauftrag erteilt wurde oder keine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) vorliegt. Mögliche Verluste aus Investiti­onen in Investmentfonds können weiterhin mit anderen posi­tiven Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Soweit die Gewinne jedoch aufgrund der neuen Teilfreistel­lungsregelungen steuerfrei wären, sind die Verluste anteilig nicht abzugsfähig. Ausgenommen von der Verlustverrech­nung sind generell bestandsgeschützte Fondsanteile (d. h., deren Erwerb vor 2009 stattgefunden hat). Sie können unter Nutzung der neuen Freibetragsregelungen steuerfrei veräu­ßert werden. Privatanleger erhalten zum Ausgleich für die steuerliche Vor­belastung auf Fondsebene Teilfreistellungen. Die Höhe des steuerfreien Anteils der Anlage in Investmentfonds hängt vom Fondstyp und dessen Anlageuniversum ab und ist zum Bei­spiel für Aktienfonds höher als für Mischfonds.

Die wichtigsten Neuerungen?

Bislang waren in Deutschland Erträge auf der Ebene der Fonds selbst komplett steuerfrei, nur die Anleger wurden besteuert. Das ändert sich künftig. Deutsche Publikumsfonds unterliegen zukünftig mit bestimmten inlän­dischen Erträgen der Körperschaftsteuer. Sie führen im ersten Schritt auf Fondsebene 15 Prozent Steuern auf deutsche Dividenden und Mieterträge sowie auf Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien an den Fiskus ab; reine Rentenfonds sind davon nicht betroffen.

Erst im zweiten Schritt werden Erträge an die Anleger ausgeschüttet. Die Anleger bekommen also zunächst weniger ausgezahlt. Dafür erhalten Sie aber eine Kompensation in Form von Teilfreistellungen. Das heißt, Sie zahlen auf Ausschüttungen des Fonds und Gewinne aus Anteilsverkäufen künftig teilweise keine Abgeltungsteuer. Die Höhe der Teilfreistellungen richtet sich nach dem Fondstyp: Bei Aktienfonds (mindestens 51 Prozent Aktienanteil) werden 30 Prozent freigestellt. Für Mischfonds (Aktienanteil von mindestens 25 Prozent) sind Teilfreistellungen von 15 Prozent vorgesehen, für Mischfonds mit geringerem Aktienanteil keine. Bei Immobilienfonds sind 60 Prozent freigestellt, bei Immofonds mit Auslandsschwerpunkt 80 Prozent.

Für ETFs und thesaurierende Investmentfonds greifen ab 2018 zusätzlich Spezialregeln. Bei ETFs, also aktiv gemanagten Fonds und börsengehandelten Indexfonds, sind zusätzlich ein paar Feinheiten zu beachten. Macht es bei den Regeln einen Unterschied, ob ein ETF die Papiere des zugrunde liegenden Index tatsächlich kauft oder ob er sie über Swaps nachbildet? Wenn ein ETF swapbasiert ist, wird er dann womöglich nicht als Aktienfonds eingestuft? Für die steuerliche Behandlung beim Privaten Investmentanleger zählt allein, was der ETF selbst in seinem sogenannten Trägerportfolio hat: Liegen bei einem DAX-ETF zum Beispiel tatsächlich japanische Aktien in dessen Trägerportfolio, aber der Swappartner garantiert die Performance des DAX, dann ist für die Einstufung als Aktienfonds nur maßgeblich, dass mindestens 51 Prozent an Aktien im Trägerportfolio liegen. Bei sämtlichen Varianten von thesaurierenden Fonds und ETFs – egal, ob aus dem Inland oder Ausland und – ebenso wie bei teilausschüttenden Fonds wird jährlich eine Vorabpauschale als fiktiver Ertrag von den Banken automatisch errechnet und darauf Abgeltungsteuer einbehalten. Auch hierbei greifen die unterschiedlich hohen Teilfreistellungen.

Wegfall des Bestandsschutzes für sogenannte „Alt-Anteile“

Investmentfondsanteile, die von Privatanlegern vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden, verlieren mit dem Investmentsteuerreformgesetz ihren Bestandsschutz. Auch bei diesen sind nun die ab dem 1. Januar 2018 erzielten Wertsteigerungen grundsätzlich steuerpflichtig und unterliegen der Abgeltungsteuer. Alle Kursgewinne bis zum 31. Dezember 2017 sind jedoch steuer­frei. Der Gesetzgeber gewährt Anlegern aus Gründen des Ver­trauensschutzes bei der Veräußerung bisher bestandsge­schützter Alt-Anteile zukünftig aber einen Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro pro Person für Wertsteigerungen, die ab dem 1. Januar 2018 realisiert werden.

Änderung der Haftungsgrenze bei Bank- und Kreditkarten

Bei einem Missbrauch der Bank- oder Kreditkarte haften Kunden ab 2018 nur noch mit einem Betrag von 50 Euro. Dies gilt, wenn sie die Karte oder ihr Online-Konto nicht gesperrt haben. Eine Ausnahme gibt es jedoch bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Hier haften Kunden auch künftig weiterhin unbeschränkt.

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