Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer

Automatisiertes Verfahren bei der Erhebung der Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer ab Januar 2015

Die Kirchensteuererhebung ist für den Bereich der Kapitalerträge ab 2015 vereinfacht worden. Es wurde ein automatisiertes Verfahren zum Abzug von Kirchensteuer auf abgeltend besteuerte Kapitalerträge eingerichtet. Die rechtliche Grundlage ist in § 51a Absätze 2b bis e und Absatz 6 Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt.

Das System der Abgeltungsteuer

Die Kirchensteuer für diese Einkunftsart wird wie bisher als Zuschlag zur Abgeltungsteuer erhoben. Ziel der Neuregelung war es, auch die Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer weitestgehend an der Quelle zu erheben.
Bereits seit 2009 werden Kapitalerträge grundsätzlich mit 25 Prozent und abgeltend besteuert. Dabei nehmen die Zahlstellen und Schuldner der Kapitalerträge (z. B. Banken) den Steuerabzug automatisch ohne weiteres Zutun der Steuerpflichtigen „an der Quelle“ vor. Sie führen die Steuern ihrerseits an die Finanzverwaltung ab. Mit diesem Steuerabzug ist die Einkommensteuer abgegolten, d. h. die Steuerpflichtigen müssen die Kapitaleinkünfte nicht mehr in ihrer Einkommensteuererklärung angeben. Diese Verfahrenserleichterung für die Steuerpflichtigen wird nunmehr auch für die Kirchensteuer auf abgeltend besteuerte Kapitalerträge genutzt.

Das neue Verfahren

Ab dem 1. Januar 2015 ist es nicht mehr erforderlich, einen Antrag auf Einbehalt von Kirchensteuer auf abgeltend besteuerte Kapitalerträge zu stellen. Der Einbehalt für und die Weiterleitung an die steuererhebende Religionsgemeinschaft erfolgt künftig automatisch. „Automatisch“ bedeutet, dass die Mitglieder einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft nichts weiter veranlassen müssen, um ihren kirchensteuerrechtlichen Pflichten im Zusammenhang mit der Abgeltungsteuer nachzukommen.

Alle zum Steuerabzug vom Kapitalertrag verpflichteten Stellen, z. B. Kreditinstitute, Versicherungen, Kapitalgesellschaften, Genossenschaften (Abzugsverpflichtete), fragen zur Vorbereitung des automatischen Abzugs der Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) die Religionszugehörigkeit aller Kunden, Versicherten oder Anteilseigner ab. Auf Basis der den Abzugsverpflichteten vom BZSt bereitgestellten Informationen wird dann die auf die Abgeltungsteuer entfallende Kirchensteuer einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.
Ist die Person, für die der Abzugsverpflichtete beim BZSt anfragt, kein Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft, dann wird das BZSt dem Anfragenden einen neutralen „Nullwert“ zurück melden. Bei dem „Nullwert“ handelt es sich um eine inhaltsleere Information, die nicht in die eine oder andere Richtung deutbar ist.

 

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